Dr. Alfred Rhomberg, Chemiker, Künstler und Publizist

 

geb. 1936, Hannover

 

Mittelschule: 1946 -1954 Innsbruck (Bundesrealschule)

Studium: Chemie, Nebenfächer: Mineralogie, Philosophie, Psychologie an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, prom. 1963

 

Pharmaforschung 1963 - 1965 als Hochschulassistent an der Universität Innsbruck, 1965-1966 Royal Dutch Shell, 1966 -1994 Pharmaforschung bei Boehringer Mannheim GmbH (heute Roche Diagnostics)

 

1996 Rückkehr nach Igls

 

Iglerstraße 47/13
6080 Igls

Wirklichkeit und Realität

 

abstract VII - © Alfred Rhomberg

 

Wirklichkeit und Realität

 

Wer, wie der philosophisch interessierte Autor, seine Bilder über viele Jahre hindurch unter dem Oberbegriff „Geformte Wirklichkeit“ ausstellt, sollte gelegentlich darüber nachdenken, wie „wirklich“ seine künstlerischen Produkte nach den vielen Umformungsprozessen am Computer noch sind, dabei stößt man fast automatisch auch auf den Begriff der „Realität“.

 

Zwischen Wirklichkeit und Realität wird im täglichen Leben meist nicht unterschieden – in der Philosophie sieht alles wesentlich komplizierter aus. Man unterscheidet beim Wirklichkeitsbegriff u.a. zwischen „wirken“ und dem „Werk“. der aristotelische Wirklichkeitsbegriff wurde in der Scholastik des Mittelalters (Meister Eckhart, 1260-1328) von lat. „actualitas“ abgeleitet und entspricht im Wesentlichen unserem heutigen Wirklichkeitsbegriff. Auf den „Realitätsbegriff“ an dieser Stelle näher einzugehen, soll hier verzichtet werden, weil es philosophisch betrachtet „Gegenstände“ (nicht im uns gebräuchlichen Sinn) gibt, die zwar Teil der Realität nicht aber der Wirklichkeit sind (z.B. Zahlen oder Theorien). Hinzu kommt, dass in der Philosophie gelegentlich bezweifelt wird, ob es Realität (ebenso wie „Wahrheit“) überhaupt gibt – eines ist jedenfalls sicher: Wirklichkeit, Realität und Wahrheit werden sehr subjektiv empfunden.

 

Bei meinen Bildern (im Rahmen des Oberbegriffes „Geformte Wirklichkeit“ (nicht alle meine Bilder lassen sich so einordnen), gilt für mich das Argument, dass die Wirklichkeit nach dem Scanvorgang nicht aufhört, sondern modifiziert bzw. allenfalls in eine andere Wirklichkeit „umgeformt“ wird. Da das Endergebnis sowieso vom Betrachter subjektiv gesehen wird, kommt es auf solche Spitzfindigkeiten eigentlich nicht an – wünschenswert wäre lediglich, dass das Bild beim Betrachter irgendwelche Emotionen auslöst.

 

Anm.: beim Bild „abstract VII“ ist das Endergebnis so weit von der ursprünglichen Wirklichkeit entfernt, dass die Grenze zur Abstraktion nahezu aufgehoben ist, wobei in manchen Kunstrichtungen der abstrakten Kunst ebenfalls eine Abstraktion der Wirklichkeit angestrebt wird.

 

(15.12.2014)

 

 

 

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